Leistungsspange

Leistungsspange

Die Leistungsspange ist, wenn man so will, die Gesellenprüfung für die Jugendlichen der Jugendfeuerwehren in Deutschland. Hierbei muss eine Gruppe fünf Prüfungen ablegen, um die Leistungsspange zu bestehen. Die fünf Prüfungsaufgaben bestehen aus einer Schnelligkeitsübung, Kugelstoßen, einem Staffellauf, einem Löschangriff und Fragenbeantwortung.

 
Schnelligkeitsübung

Die Schnelligkeitsübung verlangt das vorschriftsmäßige Auslegen und Kuppeln einer Schlauchleitung aus acht Längen doppelt gerolltem C-Druckschlauch durch die gesamte Gruppe unter dem Kommando des eingeteilten Gruppenführers/der eingeteilten Gruppenführerin in einer Mindestzeit von 75 Sekunden. Die Übung beginnt an der Startlinie, an der die Gruppe in Linie zu einem Glied hinter den Rollschläuchen Aufstellung genommen hat.
Die Übung endet nach erfolgtem Auslegen der Schlauchleitung an der Ziellinie, sobald die Gruppe dort wieder in Linie zu einem Glied Aufstellung genommen hat.
Die Leistung ist erreicht, wenn die Schlauchleitung ohne Verdrehung gut ausgezogen und vorschriftmäßig, jeweils von zwei Mann/Frau gekuppelt, in der vorgeschriebenen Zeit verlegt worden ist.


Kugelstoßen

Beim Kugelstoßen ist eine Kugel durch je einen Stoß aller neun Angehörigen einer Gruppe insgesamt 55 Meter weit zu stoßen. Die männlichen Bewerber haben dabei eine Kugel von 5 Kg Gewicht und die weiblichen Bewerber eine Kugel von 4 Kg Gewicht zu verwenden. Die Kugel ist jeweils bei Jungen und Mädchen zu wechseln. Die Gruppe stößt immer von derselben Startlinie aus. Zwei Schritte Anlauf sind gestattet. Die erreichten Werte werden addiert. Nach Beendigung der Disziplin müssen 55 Meter erreicht sein.

 
Staffellauf

Der Staffellauf erfordert das Durchlaufen einer Strecke von 1.500 m durch alle neun Angehörigen der Gruppe in beliebing einzuteilenden Teilstrecken. Als Stafette dient ein Staffelholz.
Der Lauf beginnt mit dem ersten Läufer an der Startlinie. Die übrigen Läufer werden ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend für längere oder kürzere Laufstrecken auf der 1.500 Meter-Bahn verteilt.
Jeder Läufer darf nur einmal eingesetzt werden. Bei jedem Wechsel ist das Staffelholz spatestens nach 4 Minuten und 10 Sekunden durch das Ziel zu tragen.

 
Löschangriff

Der Löschangriff wird ohne Wasserabgabe nach den zurzeit geltenden Feuerwehr-Dienstvorschriften durchgeführt.
Folgende Begindungen sind einzuhalten:

  • ohne Bereitstellung
  • Wasserentnahme offenes Gewässer
  • vier Saugschläuche
  • doppeltgerollte C-Schläuche
  • zügige Vornahme von 3 C-Rohren

Jede Gruppe legt das Gerät vor Beginn des Löschangriffs selbst neben der Tragkraftspritze bereit.


Fragenbeantwortung

Alle Angehörigen der Gruppe haben Fragen aus den folgenden Gebieten zu beantworten:

  • Organisation
  • Ausrüstung
  • Geräte
  • Löschmittel
  • Löschverfahren der Feuerwehr
  • Unfallverhütung
  • Gesellschafts- und Jugendpolitik

 


Kreispokal Rendsburg-Eckernförde

Der Kreispokal ist der Wanderpokal der Jugendfeuerwehren des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Die Aufgaben bestehen aus Truppübungen, Leinenwerfen, Fragenbeantwortung durch den Gruppenführer und einer Einsatzübung.

 
Truppübungen

1. Retten eines Verletzten aus dem Gefahrenbereich und seine Lagerung

Vor dem Anwenden des Rautek-Griffes ist die verletzte Person (durch Gruppe gestellt) nach harten oder spitzen Gegenständen in den Brusttaschen zu befragen. Anschließend wird der Rautek-Griff von einem Jugendlichen des Trupps an der zunächst liegenden Person vorgeführt. Die Person wird nicht angehoben! Der 2. Jugendliche im Trupp darf unterstützen und notfalls korrigieren.
Anmerkung: Auf das Abtasten der Brusttaschen wird aufgrund der Geschlechter hier bewusst verzichtet.

Der 2. Jugendliche im Trupp zeigt an der in Rückenlage liegenden verletzten Person die Herstellung der stabilen Seitenlage. Er kann sich hierbei von seinem Truppkameraden unterstützen lassen.

 

2. Lagern auf Trage und Transport eines Verletzten

Für diese Aufgabe wird der Trupp durch einen zweiten Trupp unterstützt, der jedoch nur auf Anweisung und nicht selbständig tätig werden und handeln darf.
Ein Verletzter (durch die Gruppe gestellt) liegt in Rückenlage und soll auf eine Trage gehoben werden und über eine Strecke von 10m getragen werden. Hierbei kann der Trupp selbst entscheiden, wie er den Verletzten auf die Trage hebt:

  • Drei Personen stehen über dem Verletzten, heben ihn an und die Trage wird vom Kopfende untergeschoben 
  • Drei Personen knien neben dem Verletzten, heben ihn an und die Trage wird seitlich untergeschoben

Der Verletzte ist auf der Trage in eine Decke zu hüllen und eine Kopfstütze mit einem Leinenbeutel zu schaffen, hierbei ist auf Metallteile des Beutels zu achten.
Je nach Größe der Jugendlichen wird der Verletzte mit einem Trupp oder zusammen mit dem unterstützenden Trupp getragen. Es ist darauf zu achten, daß aus dem zu prüfenden Trupp die Anweisungen kommen.

 
3. Knoten

Ein Truppmann führt das Anlegen eines Rettungsknotens vor. Es ist darauf zu achten, daß der Knoten fest am Körper sitzt (bei Frauen oberhalb der Brust) und zuvor nach gefährlichen Gegenständen in Brusttaschen gefragt wurde.

Der Zweite im Trupp führt dem Bewerter den Mastwurf an einem Rundholz o.ä. vor.


4. Saugleitung 

Für diese Aufgabe wird der Trupp durch einen zweiten Trupp unterstützt, der jedoch nur auf Anweisung und nicht selbständig tätig werden und handeln darf.
Es werden 3 A-Saugschläuche mit Schnellkupplungen und Saugkorb ohne Schutzkorb gekuppelt und Halte- und Ventilleine angebracht. Hierbei kuppelt der zu prüfende Trupp, beginnend am Saugkorb.
Die Ventilleine wird mit dem Karabiner eingehängt, während die Halteleine mit einem Zimmermannsschlag am Saugkorb befestigt wird und dann vor die saugseitige Seite der ersten und zweiten Schlauchkupplungen je ein halber Schlag gelegt wird. Die Reste der Leinen sind sauber aufzuschießen.


5. C-Angriffsleitung mit Leine 

Es wird ein C-Angriffsschlauch aus zwei Rollschläuchen und einem CM-Strahlrohr aufgebaut und an einen Verteiler gekuppelt. Es wird zu zweit gekuppelt! Am Strahlrohr wird eine Feuerwehrleine mit doppeltem Ankerstich und halben Schlag angeschlagen. Der Rest der Leine verbleibt in dem Leinenbeutel und wird sauber abgelegt.

 
6. Schnelligkeitsübung

Es werden 4 doppelt gerollte C-Schläuche in einer geraden 2m-breiten Bahn ausgeworfen, an einer Festkupplung und untereinander gekuppelt. Außer an der Festkupplung wird immer zu zweit gekuppelt. Pro Schlauch ist eine halbe Drehung erlaubt.

 
Gruppenübungen

Leinenwerfen

Jedes Gruppenmitglied wirft mit einer Feuerwehrleine über eine Entfernung von 10 m zwischen zwei Pfosten hindurch, die einen Abstand von 1 m haben. Bei Gruppen mit einem Altersdurchschnitt unter 14 Jahren wird die Wurfentfernung der Gruppe auf 8 m reduziert.
Der Leinenbeutel muß komplett zwischen den Pfosten hindurch geworfen werden.
Bewertung: Es wird für jede Leine, die hindurch geworfen wurde, einen Punkt vergeben.


Einsatzübung

Die Einsatzübung wird entsprechend der FwDv 3 durchgeführt.

Es wird kein Wasser gefördert. Die Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften sind einzuhalten.
Alle Kupplungen (außer am Standrohr, am Fahrzeug und an der Pumpe) werden jeweils von zwei Jugendlichen gekuppelt. Alle Druckschläuche sind bei der Vorbereitung der Übung doppelt zu rollen.
Die Übung wird zügig aber nicht hastig vorgetragen!
Es stehen 2 verschiedene Übungen zu Verfügung:

  • Wasserentnahme offenes Gewässer, Flächenbrand
  • Wasserentnahme Unterflurhydrant mit TS, Flächenbrand

Welche Übung die jeweilig Gruppe vorzuführen hat, wird per Los entschieden.
Die Bewertung wird nach „Schulnoten“ 1-6 durchgeführt.
Beim Gruppenführer werden die folgenden Kriterien benotet:

  • Allgemeiner Eindruck 
  • Befehlsgebung beim Antreten 
  • Befehlsgebung am Verteiler
  • Einhaltung der FwDV 3
  • Einhaltung der UVV

Beim Angriffstrupp, Wassertrupp, Schlauchtrupp, Melder und Maschinisten werden jeweils die folgenden Kriterien benotet:

  • Allgemeiner Eindruck
  • Umgang mit dem Gerät 
  • Kommandos
  • Befehlsausführung 
  • Einhaltung der UVV

Zum Ausgleich von Altersunterschieden werden für jedes volle Jahr des Durchschnittsjahres unter 17 Jahren der Gruppe je 3 Punkte gutgeschrieben.
Bewertung: Für jede richtig beantwortete Frage gibt es einen Punkt.

 
Gruppenführer

Fragenbeantwortung durch den Gruppenführer

Der Kreisjugendfeuerwehrwart stellt 20 Fragen aus dem Feuerwehrwesen, die unter Verschluß gehalten werden und zu denen jeweils drei mögliche Antworten angegeben sind.
Die Beantwortung der Fragen erfolgt alleine durch den Gruppenführer in einem abgeteilten Raum, ohne Anwesenheit seiner Gruppe.
Bewertung: Für jede richtig beantwortete Frage gibt es einen Punkt.

 


Jugendflamme 2

Jugendflamme2

Die Jugendflamme 2 kann erst nach erfolreich abgelegter Prüfung der Jugendflamme 1 absolviert werden. Sie wird vom Kreisjugendfeuerwehrwart oder vom Fachbereichsleiter Wettbewerbe
Die Aufgaben zum Bestehen der Prüfung sind das Aufweisen von Feuerwehrwissen, Verständnis von der Technik in der Jugendfeuerwehr und eine Aufgabe aus dem Bereich von Sport und Spiel.

 
Aufweisen von Feuerwehrwissen

Die Jugendlichen sollen fünf Aufgaben aus dem Bereich der Fahrzeug- und Gerätekunde erfüllen. Dabei handelt es sich um die Erklärung von Fahrzeugen und Geräten auf den Fahrzeugen.


Verständnis von der Technik in der Feuerwehr

1. Fahrzeug sichern 

Hierbei sollen die Jugendlichen ein Fahrzeug nach den Richtlinien mit Fahrzeugbeleuchtung, Warnblinkanlage, Rundumkennleuchte, Warndreieck, Leitkegel, Blink- und Blitzlampe absichern. Die räumliche Aufstellung soll nach Richtlinien erfolgen.


2. Setzen eines Standrohres mit spühlen

Die Jugendlichen sollen die Funktion und die Handhabung am Unterflurhydrant (Standrohr setzen) vorführen.


3. Kuppeln und Lösen zweier B-Druckschläuche mit Kupplungsschlüssel

Bei dieser Übung soll der Umgang mit dem Kupplungsschlüssel vorgeführt werden. Besonders ist hierbei auf die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) zu achten.

 
4. Improvisierter Wasserwerfer

Der improvisierte Wasserwerfer soll in einer praktischen Übung vorgeführt werden.


Sport und Spiel

Im Bereich Sport und Spiel soll eine Kombination aus Bewegung und Spaß gefunden werden. Die Jugendlichen sollen im Rahmen einer Dorf- oder Wanderrallye, einer Olympiade auf einem Zeltlager, einer Kreisveranstaltung mit sportlich spielerischem Charakter, einer Veranstaltung „Spiel ohne Grenzen“ oder einem Spieledienst eine Übung durchführen, die auf Spiel und Spaß aufbaut.

 


Jugendflamme 1

Jugendflamme1

Die Jugendflamme 1 ist die erste Prüfung der Jugendfeuerwehr. Sie wird von dem Jugendfeuerwehrwart der eigenen Jugendfeuerwehr abgenommen.
Die Aufgaben zur Bestehung der Prüfung sind die Zusammensetzung des Notrufes, die Anfertigung von drei Knoten oder Stichen und die Durchführung von drei feuerwehrtechnischen Aufgaben. Zusätzlich kann eine sportliche, kulturelle, musikalische, kreative, soziale oder ökologische Aufgabe hinzugefügt werden.

 

Zusammensetzung des Notrufes

Hierbei werden folgende Fragen abgetestet:

  • Wer ist da?
  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte?
  • Warten auf Rückfragen!

Die Jugendlichen sollen die Aufgabe durch praktische Demonstrationen vortragen. Das könnte durch ein kleines Telefongerät (Übung Notruf 112), zwei Handsprechfunkgeräte oder durch Malen (Einfälle und Ideen zum Notruf) demonstriert werden.

 

Anfertigen von drei Knoten oder Stichen

Die Jugendlichen sollen drei Knoten oder Stiche vorführen. Hierbei wird der Sinn und Zweck der Koten und Stiche, die Unterschiede der Arbeits- und Feuerwehr und die Handhabung und Pflege der Leine abgefragt.

 

Durchführung von drei feuerwehrtechnischen Aufgaben

1. Umgang mit Schläuchen

Die Jugendlichen sollen eine sichere Handhabung mit den Schläuchen aufweisen. Dazu sollen sie einen Schlauch auswerfen.

 
2. Handhabung des Verteilers

Die Jugendlichen sollen den Sinn und Zweck des Verteilers erklären, die fachlichen Begriffe erläutern und eine Demonstration am praktischen Beispiel vorzeigen.

 

3. Handhabung des Strahlrohres im praktischen Einsatz

Ein CM-Strahlrohr hat drei verschiedene Einstellmöglichkeiten. Hier soll erklärt werden, welche Einstellmöglichkeiten es gibt (Vollstrahl, Sprühstrahl, Halt) und wofür diese geeignet sind. Außerdem soll erklärt werden, was das Mundstück für einen Sinn und eine Wirkung hat. Das Ganze soll an einem praktischen Beispiel demonstriert werden.

 

4. Aufsuchen eines Unterflurhydranten durch ein Hinweisschild

Unterflurhydranten sind durch ein Hinweisschild markiert. Das Hinweisschild soll erkannt und erklärt werden. Zudem soll an einem praktischen Beispiel das Auffinden des Unterflurhydranten demonstriert werden.

 

5. Sanitätsgerät aus dem Fahrzeug holen und bereitstellen

Die Jugendlichen sollen ihre Kenntnisse über kleine Sanitätsgeräte vortragen und eine kleine Demonstration von Maßnahmen der Ersten Hilfe vorführen.

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